Vita

In meinem Leben habe ich stets vielfältige Interessen gehabt. Nach dem Abitur in Hamburg und einer abgebrochenen Ausbildung zum Schifffahrtskaufmann, die ich lediglich fünf Monate ertrug,  studierte ich zunächst Klavier, Chorleitung, Germanistik und Musikpädagogik in Gießen und Flensburg. Nach meinem Staatsexamen zog es mich dann allerdings wieder in meine Heimatstadt, wo ich dann ein Gesangsstudium bei Prof. Erwin Spaett aufnahm. Nach ersten Engagements ging es dann für einige Jahre nach Berlin. Dort bekam ich wichtige sängerische Impulse von Kammersänger Prof. Wolfgang Hellmich, meinem italienischen Maestro Kammersänger Ruggiero Orofino und von Kammersängerin Els Bolkestein. Zudem profitierte ich immer wieder von Treffen mit Prof. Robert Gambill, der mir wertvolle Tipps beim Wechsel ins tenorale Heldenfach gab.

 

Engagements führten mich an unterschiedlichste Orte. Zu hören war ich in Opern u.a. als Monostatos (Zauberflöte), Pinkerton (Madama Butterfly), Alfredo (La Traviata), Giuseppe Hagenbach (La Wally), Herzog von Urbino (Eine Nacht in Venedig), Max (Freischütz) und konzertant als Sigmund (Walküre), als Tenorsolist in Beethovens 9. Sinfonie bei Radio Bukarest, in Konzerten in der Leiszhalle Hamburg, Liederhalle Stuttgart, in München, oft in Berlin, Krakau, Warschau, Prag, Straßburg, Lübeck, Hannover, am Teatr Wielki in Poznan und beim Oldamster Musikfestifal in den Niederlanden. Eine Unterbrechung hiervon war ein kurzer, aber sehr schöner Ausflug in die leichte Muse als Sänger des „Lübecker Salon Ensembles“, das heute leider nicht mehr besteht.  Hierdurch kam ich in Kontakt mit der Reederei „Deilmann“ und eh´ ich mich versah, konzertierte ich fortan auf Kreuzfahrtschiffen der Luxusklasse, die mich über Jahre – neben meinen Engagements am Theater und auf Konzertbühnen -  immer wieder rund um die Welt reisen ließen.

 

Neben meiner Tätigkeit als Sänger arbeite ich zudem gerne mit Chören – sowohl als Chorleiter als auch im Bereich der Stimmbildung.

 

Konflikte, menschliche Enttäuschungen und narzisstische Personen im Kulturbetrieb machten mir über Jahre immer wieder zu schaffen und nahmen mir oftmals den ursprünglichen Spaß an meiner Arbeit. Durch Gespräche mit Freunden und Kollegen fand ich heraus, dass ich mit meinen Problemen nicht alleine bin. Daher entschied ich mich, der Sache auf den Grund zu gehen und studierte Mediation mit Masterabschluss an der FernUniversität in Hagen, wo ich mich zudem als Coach („soft skills business manager“) und zum NLP-Practitioner von Adrian Schweizer ausbilden ließ. Seit dem führe ich Mediationen und Coachings durch und nehme nur noch Engagements als Sänger an, bei denen zwar Konflikte möglich und zuweilen nötig sind, das Moment der menschlichen Wertschätzung und Empathie bei der Arbeit aber zugegen ist.

 

Für mich liegt der Sinn der Arbeit des Künstlers nicht darin, Konflikte und Kriege zur Befriedigung meines Egos durchzuführen, sondern in der Verschönerung der Welt oder zur Hinterfragung von Facetten des Lebens. Es beruhigt mich zu hören, dass es vielen Kollegen ebenso geht und vielleicht an der Zeit ist, den Kulturbetrieb in dieser Hinsicht ein Stückchen zu verändern, um uns unserer originären Aufgabe als Künstler zu widmen….

 

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© Martin Wille